Spätpubertäres Geknalle

Zugegeben: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen, beispielsweise dem neuen Rüstungswettlauf oder dem Klimawandel. Es gibt Menschen, die diesen Bedrohungen mit Bewusstsein und Verantwortung begegnen, andere mit Optimismus, und es gibt die ewiggestrigen Ignoranten, die ich bisher an den Rand des möglichen Denkspektrums platzierte. Aber dank der Basler Zeitung weiss ich: Es gibt noch Serkan Abrecht. Wie lange mutet uns die BaZ dessen unerträgliche Textabsonderungen noch zu? Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Kürzlich liess er den Leser teilhaben, wie er, als WK-Panzersoldat, „vor Vorfreude zitternd“, „die Hände an den Joystick“ legte und während zweier Stunden mehrere Tausend Schuss Munition in einen Berghang ballerte, um Munition zu verbrauchen, damit im Folgejahr der gleiche Schwachsinn wiederholt werden kann. Kritische Distanz zu solchem Treiben? Fehlanzeige. Ein Hoch dem spätpubertären Geknalle! Wenige Tage darauf gewährt uns die BaZ einen weiteren Einblick in Herrn Abrechts Innenleben: Er leistet sich eine Klimaanlage, nehmen wir mit Interesse zur Kenntnis, trotz der „enorm schlechten Ökobilanz“, denn diese sei ihm „reichlich egal“.

Meinungsvielfalt ist ein hohes Gut, unbestritten. Aber wer als Redaktor seine Meinung veröffentlichen darf, noch dazu in einer Zeitung, die sich anschickt, ihre überregionale Bedeutung zurück zu erlangen, sollte ein Minimum an Verantwortungsbewusstsein und intellektuellem Vermögen nicht unterschreiten dürfen.

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