Lieber Max Küng

Da Sie in Ihrem heutigen offenen Brief, demjenigen an die „lieben Influencer“ (vom Samstag, 31. August 2019), in eine Aufklärungskampagne über das Baselbiet abgeglitten sind, erlaube ich mir, Ihnen den folgenden Hinweis zu geben:

Als basellandschaftlicher Compatriote, Bürger von Giebenach und Einwohner in Reinach, verstehe ich sehr wohl Ihre Empfindungen gegenüber der gemeineidgenössischen Ignoranz betreffend den Kanton Baselland – vom „Basler Roger Federer“ und den verwandten Fehlleistungen haben wir ja schon tausendfach vernommen. Nun haben Sie einen ersten Schritt getan und einem breiten Lesepublikum Hinweise auf gewisse Vorzüge des Baselbiets vermittelt. Das ist sehr gut, herzlichen Dank dafür. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Mindestens so mitteilungswert wie das Lob der Kuriositäten zwischen Schönebuech und Ammel ist die Verwunderung über die Politik, die ebendort getrieben wird, und über die Ihnen, dem Wahlzürcher, möglicherweise der Überblick fehlt. Deshalb empfehle ich Ihnen eine entsprechende Vertiefung und als Adressaten Ihrer künftigen offenen Briefe insbesondere das „liebe Haus der Wirtschaft“, die „liebe Baselbieter FDP“ und die „liebe Baselbieter SVP“, die gemeinsam durch ihre Finanzpolitik einen blühenden Halbkanton an den Rand des Ruins getrieben haben und deren politische Vision darin besteht, an den anderen Halbkanton ja keine Konzessionen zu machen, insbesondere dann, wenn es etwas kosten würde – koste es, was es wolle.


Mit unabhängigen Grüssen

Reinhard Straumann


Song zum Thema: Baselbieterlied in der Antifusionsversion von „Pro Baselbiet“.

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